Werkauswahl von mehrkunst e.v. zum Thema "Landschaften"

  • "Küstenlandschaft 1" von Nina Midi


    Kunstwerk

    Das Werk „Küstenlandschaft 1“ ist im Rahmen einer Illustration des Gedichts „An der Küste“ von der bulgarischen Dichterin Tzveta Sofronieva im Jahr 2016 entstanden.

    1.Strophe:

    Die weißen Körper der Apfelblüten entspannen im Gras, ihr Atem ist dem wilden Sturm gefolgt.

    Die Sonne fächert Schatten auf den Reif.

    Unendliche Zweifel sind erlaubt: überall Vogelgesang, jede Zelle wird vom Wind durchstochen.

    Hier fängt die Poesie Reissetzlinge, und hier fängt das Prosaische an: die Geheimnisse der Behörden stärker als die des Atoms.

    Im Norden, im Süden - die gleichen Trauer und Sorgen, gekleidet in Holz und Metall.

    Was der Westen und der Osten verbrochen haben steht geschrieben auf dem blassen Mond doch er ist immer noch nicht voll.

    Die Künstlerin wollte damals den Kontrast zwischen dem Weichen der Landschaft und dem Harten der menschlichen Eingriffe in diese durch die Kombination von sanften Pastellfarben und schwarzer Tusche zum Ausdruck bringen. Später sind daraus zwei Bilder entstanden: Küstenlandschaft 1 und Küstenlandschaft 2, die miteinander im Dialog stehen. Die Küstenlandschaft 1, die wir hier vor uns sehen, steht für eine durch die Natur geprägte Landschaft: Pflanzen, Blüten, der Wind, der Sturm, die weichen Formen und die Leichtigkeit und Zerbrechlichkeit des Ganzen. Bei der Küstenlandschaft 2 geht es dann mehr um die menschengemachten Veränderungen der Landschaft. Wenn Nina Midi lyrische Texte illustriert, ist es ihr wichtig, die Wörter und Bilder des Gedichts nicht explizit nachzuzeichnen - dafür ist ihr Respekt vor der Mehrdeutigkeit eines solchen Textes zu wichtig. Vielmehr versucht sie, die Atmosphäre des Textes einzufangen. Zur Arbeitstechnik der Künstlerin lässt sich sagen, dass Zeichnen für sie eine sehr haptische Erfahrung ist. Es ist eine sehr konzentrierte Begegnung zwischen ihr, den Stiften, der Feder und dem Papier. Sie lässt sich leiten durch die Stifte und Farben und weiß am Anfang nie, wie das Ergebnis sein wird.

    Künstlerin

    Nina Midi ist Zeichnerin, Illustratorin, Grafikerin und Grafikdesignerin. Sie arbeitet aber auch sehr gerne mit textilem Material sei es in Form von Stickereien auf Papier, sei es in Form von anderen, reinen textilen Arbeiten. Seit 2015 lebt sie in Koblenz direkt an der Mosel und entdeckt die faszinierende Vielfalt der Natur am Wasser. 2018 hat sie eine eigene Pop-Up-Ausstellung in einem ehemaligen Geschäft in Koblenz-Lützel veranstaltet.

  • "Kuh # 11" von Sabiene Gabor


    Kunstwerk

    Das Acrylgemälde auf Holzgrund trägt den Titel „“Kuh # 11“. Es handelt sich bei dem hier vorliegenden Werk um einen Bildausschnitt, da das Gemälde im Original ein Hochformat ist. Die Originalmaße liegen bei 30x40 cm. Es stammt aus einer Serie von insgesamt 24 Kuhportraits aus dem Jahr 2018. Die Idee für diese Serie entstand aus der Anziehung, die die Kuh als Tier schon immer auf die Künstlerin ausübte. Eine große Rolle spielt hierbei die den Kühen innewohnende Sanftmütigkeit und ihre Individualität. Auffallend ist der nahezu menschliche Charakter der Gesichter. Dies rührt aus der Interpretation der Künstlerin, die neben der Vorlage auch Einflüsse aus selbst Erlebtem und Charakterzüge realer Personen einarbeitet. Bei „# 11“ handelt es sich offensichtlich nicht um einen „Jungspund“. Das Gesicht zeigt Lebenserfahrung und die einkehrende Ruhe des Alters. Gelassen und ohne Eitelkeit blickt sie uns an. Schnauze und Lippen zeigen Sinnlichkeit gepaart mit Trotz.

    Künstlerin

    Sabine Gabor hat an der Hochschule der Künste in Berlin Innenarchitektur studiert. Erst seit 2005 beschäftigt sie sich mit Kunst. Sie arbeitete als Designerin und ist heute tätig als Künstlerin und Kunstpädagogin. Kreativität ist für sie die Kraft, die Menschen in die Lage versetzt, flexibel und intelligent zu handeln. Gerne übernimmt sie Aufträge, um mit jungen Menschen einen Ausdruck zu jeweils wichtigen persönlichen und gesellschaftlichen Themen heraus zu finden und auszustellen. Seit 2018 ist ihr Thema in der Malerei das Porträt. Zuerst von Kühen, von denen sie seit ihrer Kindheit berührt ist. Dann folgten Porträts von vielen Menschen, die ihr im Laufe der Zeit begegnet sind. Gesichter als Ausdruck der Seele und des gelebten Lebens faszinieren sie. In wiederkehrenden Live-Painting Aktionen lässt sie sich beim spontanen Arbeiten über die Schulter schauen.