Kunst unterwegs

Neue Perspektiven und Kunstbegegnung im öffentlichen Raum

In Koblenz trifft man auf eine lebendige Kunstszene. Die städtischen Museen ziehen mehrmals im Jahr mit informativen und illustren Ausstellungen zahlreiche Besucher an. Ateliers und Galerien ergänzen das Spektrum für Kunstinteressierte mit Vernissagen und Finissagen. Auch die in Koblenz und der Region aktiven Künstlervereinigungen wirken als impulsreiche Motoren und erzeugen ein kreatives Ambiente für das kunstambitionierte Publikum. Bei Ausstellungen auf dem Festungsgelände, im Haus Metternich als Künstlerhaus der Stadt Koblenz und anderen Einrichtungen, können sich kunstaffine Betrachter darüber hinaus von Kunstwerken inspirieren und nachhaltige Bildeindrücke sammeln.

Aber sollten uns Kunstimpressionen nur in Ausstellungen begegnen?

Diese Frage führte zu der Idee, ein Projekt in Koblenz zu initiieren, das Kunst-präsentationen und Kunstbegegnung im öffentlichen Raum für jedermann ermöglicht.

Das vom Kultur- und Schulverwaltungsamt angestoßene und mit der Arbeitsgemeinschaft der Künstler am Mittelrhein (AKM), dem Mittelrhein Museum sowie dem Stadtmarketing geplante Vorhaben „Kunst unterwegs“ beabsichtigt, Künstlerinnen und Künstler zu einem jährlich wechselnden Thema sichtbar zu machen.

Jeweils ein repräsentatives Werk soll in Form von – manchmal zufällig stattfindender- Kunstbegegnung im Alltag an Verweilorten in City-Light-Postern für alle zugänglich sein.

Koblenzerinnen und Koblenzer, Besucherinnen und Besucher unserer Stadt können Bilder, Drucke, Gemälde, Fotografien und andere Kunstwerke beim Spaziergang, in Wartezonen und anderen öffentlichen Bereichen entdecken und die ein oder andere Inspiration erfahren.

Im Rahmen des Projektes gehen die ausgewählten Kunstwerke auf eine Reise durch Koblenz.
Großer Dank gilt hierbei der awk AUSSENWERBUNG GmbH Koblenz, die das Projekt unterstützt und die Standorte zur Verfügung stellt. Die Kunstwerke werden somit je nach Platzverfügbarkeit an einem anderen Ort zu sehen sein.

Einen Überblick über die Standorte erhalten Sie in der Übersichtstabelle.

In den kommenden Jahren bietet das Kulturprojekt „Kunst unterwegs“ vielfältige Weiterentwicklungspotentiale, etwa unter thematischen Gesichtspunkten und explorativer Kunstentdeckung.

  • Kunst unterwegs 2020

    Oswald Barett (1892-1945)

    Werktitel: Beethoven in middle life - Reproduktionsdruck eines Gemäldes
    Standort: Beethoven Haus Bonn

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    Oswald Barrett wurde 1892 in Ramsgate, Grafschaft Kent, England geboren und verstarb 1945 in London.
    Er wurde zuerst als Karikaturist bekannt und schloss eine Ausbildung zum Violinisten ab. Nach dem ersten Weltkrieg studierte er an der Heatherley School of Art und der Goldsmith‘s  College School of Art und wurde Künstler und Illustrator. Als leidenschaftlicher Musikliebhaber und Schüler der großen Meister wie Wassily Kandinsky (1866-1944) und Franz Marc (1880-1916) wurde er durch die biografischen Porträts berühmter Komponisten, beispielsweise von Franz Schubert (1797-1828) bekannt. Um 1930 begann Barrett Zeichnungen für das Magazin BBC Radio Times zu produzieren, in denen Artikel sowie Porträts berühmter Persönlichkeiten veröffentlicht wurden. Da Oswald Barrett dafür bekannt war, naturgetreue Kunstwerke zu erschaffen, zeigte er den Komponisten Ludwig van Beethoven (1770-1827) als reife und kämpferische Persönlichkeit. Hierbei berief er sich auf den für Beethoven als charakteristisch angenommenen Gesichtsausdruck, der vor allem von einer recht energischen Mimik geprägt war. Diese führte man auf seine Ertaubung zurück, die seiner musikalischen wie kompositorischen Genialität keinen Abbruch tat.


    Joseph Neesen (1770-1829)

    Werktitel: Beethoven im Alter von 15 Jahren - Lithographie der Gebrüder Becker nach einem Schattenriß
    Standort: Beethoven Haus Bonn

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    Der Jurist Joseph Neesen lebte von 1770 bis ca. 1829, zu seinem Lebensweg haben sich kaum Informationen erhalten. Jedoch ist von ihm dieser Schattenriss überliefert, der Beethoven im Alter von 15 Jahren zeigt; dabei handelt es sich um die früheste gesicherte Abbildung des Komponisten.  Er trägt die für höfische Musiker typische Galauniform bestehend aus einem seegrünen Frackrock, grüner, kurzer Hose mit Schnalle, Strümpfen aus weißer oder schwarzer Seide, Schuhe mit schwarzer Schleife, einem Zylinderhut, einer Weste mit Goldlitze verziert, frisiert mit Locken und Haarzopf und an der linken Seite ein Degen mit einer silbernen Koppel.
    Hierdurch wird uns ein Teil der damaligen Mode vermittelt und bewiesen.










    Carl Nonn (1876 - 1949)

    Werktitel: Beethoven-Phantasie-Portrait In: Deutschland, Heft 6 1927, Titelseite
    Standort: Beethoven Haus Bonn

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    Carl Nonn wurde 1876 in Bonn geboren und verstarb dort 1949. Nach einer Ausbildung zum Dekorationsmaler studierte er 1894-1897 an der Düsseldorfer Kunstgewerbeschule, von wo aus ihn sein Weg zunächst nach München führte, um dort als Kirchenmaler aktiv zu sein. Ab 1901 lebte er wieder in Bonn. Nonn widmete sich vor allem der Darstellung von Natur und Menschen und vertrat dabei nationalkonservative Ansätze, weshalb er später in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur leicht von öffentlichen Aufträgen profitieren konnte.

    Für das Beethoven-Fest 1927, das anlässlich des 100. Todestages des großen Komponisten ausgerichtet wurde, illustrierte er die Festschrift, Plakate und Eintrittskarten.
    Auf dem Deckblatt des Jubiläumshandbuchs, das wir hier sehen, zeigt er Beethoven als gleichermaßen introvertierte, ernsthafte und erhabene Persönlichkeit, damit liefert er eine nuancierte wie persönliche Deutung des Musikers.





    Joseph Karl Stieler (1781-1858)

    Werktitel: Beethoven mit dem Manuskript der Missa solemnis, 1820 - Ölgemälde
    Standort: Beethoven Haus Bonn

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    Joseph Karl Stieler wurde 1781 in Mainz geboren und verstarb 1858 in München. Einem autodidaktischen Studium der Miniaturmalerei schloss er eine reguläre Ausbildung an der Wiener Kunstakademie zwischen 1802 und 1805 an, wo er sich vor allem auf Porträts konzentrierte. Seine Darstellung Beethovens ist stark idealisiert und zeigt ihn als herausragende, schöpferische Persönlichkeit in der ihm eigenen Geisteswelt, was er durch die wallende Haarpracht, die legere Kleidung und den konzentrierten Blick zum Ausdruck brachte. Zum Zeitpunkt der Entstehung dieses Bildnisses arbeitete Beethoven an einem seiner Hauptwerke, der „Missa solemnis“ (1819-1823), was sich in dem ebenso betitelten Notenheft widerspiegelt.









    Franz von Stuck (1863-1928)

    Werktitel: Beethoven-Maske-Gipsrelief
    Standort: Beethoven Haus Bonn

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    Franz von Stuck wurde 1863 in Tettenweis, Niederbayern geboren und starb 1928 in München. Er war ein deutscher Maler, Zeichner und Bildhauer.
    Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des deutschen Symbolismus und Jugendstils und prägte ab 1895 als Professor an der Münchener Akademie der Bildenden Künste mehrere Generationen von Kunststudierenden. Bei seiner Beethoven-Maske handelt es sich gleichermaßen um ein Hochrelief, eine Skulptur sowie ein gerahmtes Gemälde. Mit ihr unternahm er den Versuch, die packende, intensive und temperamentvolle Persönlichkeit Beethovens in diesem Abbild präsent werden zu lassen.










    Klaus Kammerichs (1933-heute)

    Werktitel: Modell Beethon
    Standort: Beethoven Haus Bonn

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    Klaus Kammerichs wurde 1933 in Iserlohn geboren, lebt und arbeitet in Köln. Einer 1953 abgeschlossenen Ausbildung zum Fotografen schloss sich zwischen 1954 und 1960 ein Studium der Freien Kunst an der Peter-Behrens-Werkkunstschule und der Kunstakademie Düsseldorf an. Bis zu seiner Berufung als Professor für Fotografie an der FH Düsseldorf, die er bis 1997 innehatte, war er freischaffend tätig.
    Sein Modell der Plastik „Beethon“ hat internationale Bekanntheit erlangt und ist als Wortspiel aus „Beethoven“ (Motiv) und „Beton“ (Material) zu verstehen. Es deutet auf das Portrait „Missa solemnis“ von J. K. Stieler (1820) hin und thematisiert das Verhältnis von Objekt und Abbildung. Es zeigt, wie sehr der Blick des modernen Betrachters auf Beethoven von Konventionen und Vorstellungen aus der Vergangenheit geprägt ist. „Beethon“ zeigt eine Auseinandersetzung mit der visuellen Sensitivität des Betrachters und dem Spiel mit optischen Verfremdungseffekten. Hier handelt es sich um ein Licht-und Schattenspiel. Bei näherem Betrachten verliert sich die Illusion eines realistischen Bildes sowie aus jeder Position die Skulptur anders wahrgenommen wird.



    Michael Apitz (1965 - heute)

    Werktitel: BEETHOVEN-chromofon
    Standort: Privatbesitz

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    Michael Apitz wurde 1965 in Eltville am Rhein geboren und ist als Maler und Comiczeichner tätig. In der Reihe „Chromofonie“ wendet er ein synästhetisches Verfahren an, d.h. er lässt Klang und Farbe miteinander verschmelzen, um Porträts berühmter Musiker und Komponisten zu gewinnen. Die auf diese Weise geschaffene Arbeit „Beethoven“ stammt aus dem Jahr 2019.  
    Als Inspiration diente Apitz der Kopf des Denkmals auf dem Wiener Beethoven-Platz.
    Nach einer Fotografie entstand eine Zeichnung, die wiederum als Vorlage für das Acryl-Gemälde diente. Mit seiner Komposition übersetzt Apitz  Beethovens Musik in Malerei. Daneben spielen auch gesellschaftliche Einflüsse, die Beethoven als Zeitgenossen stark geprägt haben, eine große Rolle. So überträgt er seine anfänglichen Sympathien für die Französische Revolution (1789-1799) wie auch Napoleon Bonaparte (1769-1821) kommen in der Tricolore zum Ausdruck.
    Hingegen symbolisiert der Sternenkranz Beethovens Einfluss auf das politische „Europa“, denn seine Kantate „An die Freude“ aus der 9. Sinfonie wurde zur Hymne der Europäischen Union bestimmt.  


    Jörg Immendorf (1945-2007)

    Werktitel: O.T.
    Standort: Privatbesitz

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    Jörg Immendorf wurde 1945 in Bleckede, Niedersachsen geboren und verstarb 2007 in Düsseldorf. Er war deutscher Maler, Bildhauer, Grafiker, Aktionskünstler und Kunstprofessor an der Kunstakademie Düsseldorf. Nach seinem Studium an der Kunstakademie Düsseldorf arbeitete er zwischen 1968 und 1981 als Kunstlehrer an einem Staatlichen Gymnasium, ab dann war er freischaffend tätig und entwickelte sich zu einem der bekanntesten Vertreter deutscher Gegenwartskunst.  Im Gegensatz zur bis dahin bevorzugten Malerei der Abstraktion bekannte er sich früh wie vehement zur figürlichen Darstellung, dabei jedoch auch deren Traditionen hinterfragend. Insofern karikiert er das über Generationen überlieferte, unangefochtene Beethoven-Portrait von J. K. Stieler (1820), indem er ihn als Flugzeugpilot in die Gegenwart verbringt. Hierin kommentiert Immendorf die gegenwärtigen Strukturen des internationalen Konzertbetriebs, die aus Gründen der stetigen Gewinnmaximierung eine ununterbrochene Reise- und Auftrittstätigkeit von Musikerpersönlichkeiten fordern.




    Franz Eder (1942-heute)

    Werktitel: Beethoven mit Kopfhörern
    Standort: Privatbesitz

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    Franz Eder wurde 1942 in München geboren und erlernte zunächst den Beruf des Kartographen und Graphikers, arbeitet jedoch seit jeher als Karikaturist, Illustrator und Schnellzeichner.  Er bietet eine Interpretation Beethovens als Rockstar an, überträgt also seine unkonventionelle und neuartige Auffassung von Musik in die Gegenwart und versieht ihn mit den Insignien eines Rebellen: Lederjacke, grüne Haare und Nietenarmband. 












    Carl Hermann König (um 1970)

    Werktitel: Ludwig van Beethoven - Reproduktion eines Aquarells
    Standort: Beethoven Haus Bonn

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    Auf Grundlage der Reproduktion eines Aquarells, das ein Brustbild Beethovens darstellt, erschuf Carl Hermann König  dieses geometrisch-prismatisch verfremdet in vielfarbiger Fassung neu. Zudem fügt er das Incipit der „Ode an die Freude“ aus der Sinfonie Nr. 9 d-Moll op.125 bei. Trotz dieser Verzerrung bleiben die charakteristischen Merkmale von Beethovens Physiognomie noch immer durch, d.h. König greift zwar auf traditionelle Darstellungen zurück, überträgt sie jedoch in eine moderne Formensprache.











    Johann Joseph Neidl (1774/76 - 1832)

    Werktitel: Ludwig van Beethoven - Stich nach einer Zeichnung von Gandolph Ernst Stainhauser von Treuberg, erschienen bei Johann Cappi, Wien, 1801
    Standort: Beethoven Haus Bonn

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    Johann Joseph Neidl wurde 1774 in Graz geboren und verstarb 1832 in Budapest.
    Neben seiner Tätigkeit als Kunststecher eröffnete er 1800 eine Kunsthandlung und war als Verleger tätig.
    Nach einer Zeichnung des österreichischen Porträtisten und Miniaturisten Gandolph Ernst Stainhauser von Treuberg (1766-1805) fertigte er diesen Kupferstich an, der Beethoven im Alter von 30 Jahren zeigt. Zu diesem Zeitpunkt feierte dieser erste Erfolge in der Wiener Musikwelt.





  • Kunst unterwegs 2019

    Kunst unterwegs...




    Heinz Kassung

    Werktitel: Schwarz gegen Rot, Privatbesitz

    Heinz Kassung wurde 1935 in Koblenz geboren, wo er 2013 auch starb. Nach einer Lehre als Schriften- und Dekorationsmaler studierte er Kunst an den Kölner Werkschulen. Von 1962 bis 1967 lebte und arbeitete Heinz Kassung als Stipendiat auf dem Koblenzer Asterstein. Er war Präsident der Internationalen Vereinigung bildender Künstler „EUROPA 24“ und wurde vielfach für sein künstlerisches Schaffen geehrt; so im Jahr 2003 mit dem „Hanns-Sprung-Preis“ der „Arbeitsgemeinschaft Bildender Künstler am Mittelrhein“ (AKM). 2005 folgte der „Kulturpreis der Stadt Koblenz“. 

    In seiner Malerei lösen sich Formen bis zur Gegenstandslosigkeit auf. Das Grundgerüst, das dem Bild die nötige Struktur verleiht, fügte der Maler aus Farbflächen zusammen. Zum Einsatz kamen zumeist sehr intensive Farbtöne, die er ausschließlich im Hinblick auf eine größtmögliche kompositorische Ausgewogenheit auswählte.





    Gabriele Münter

    Werktitel: Bildnis Marianne von Werefkin, Lenbachhaus München

    Gabriele Münter wurde 1877 in Berlin geboren und starb 1962 in Murnau am Staffelsee. 1884 zog sie mit ihrer Familie nach Koblenz und besuchte dort die Höhere Evangelische Mädchenschule am Altlöhrtor, das spätere Hilda-Gymnasium. Schon in der Schulzeit hatte sich ihre künstlerische Begabung gezeigt. Da staatliche Akademien für Frauen verschlossen waren, besuchte sie ab Frühjahr 1897 eine Damenkunstschule in Düsseldorf, später ab 1901 die Malschule des Künstlerinnen-Vereins in München.

    Gabriele Münter wurde zu einer der zentralen Künstlerfiguren des deutschen Expressionismus und der Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“, deren Gründung in Münters Haus in Murnau stattfand. Die langjährige Lebensgefährtin Wassily Kandinskys schuf zahlreiche Landschaften, Stillleben und Porträts. Ein typisches Werk ist das Bildnis ihrer Freundin, der russischen Malerin Marianne von Werefkin, das heute im Lenbachhaus in München verwahrt wird.


    Edvard Frank

    Werktitel: Estere, Mittelrhein-Museum Koblenz

    Edvard Frank wurde 1909 in Korschenbroich am Niederrhein geboren und starb 1972 in Saarlouis. Er zählt zu den Mitbegründern der Pfälzischen Sezession und der „Arbeitsgemeinschaft bildender Künstler am Mittelrhein“ (AKM).

    1926 begann er sein Studium an der Werkkunstschule Trier, 1930 wechselte er an die Werkkunstschule Köln. Anschließend ging er nach Berlin, 1934 für ein Jahr nach Rom. 

    Der Mittelmeerraum ließ ihn fortan nicht mehr los. Zunehmend entdeckte er das Aquarell als adäquates Ausdrucksmittel für seine lichtdurchfluteten, arkadischen Landschaften, seine Stillleben und antikisierenden Figurenkompositionen, die häufig in eine ornamental stilisierte Umgebung eingebettet sind. Gegen Ende der 1960er Jahre löste er sich vom Gegenstand und schuf lichte, heitere Farbkompositionen, die dennoch den gleichen mediterranen Geist atmen wie seine früheren Werke. Seine letzte größere Ausstellung fand posthum 1992 im Rheinisches Landesmuseum Trier statt.


    Jakob Schwarzkopf

    Werktitel: Clown und Frau, Privatbesitz

    Jakob Schwarzkopf wurde 1926 in Koblenz geboren und starb 2001 in Trier. Er gehört mit seinen monumentalen Glas- und Wandbildern in über 350 sakralen und profanen Gebäuden zu den bedeutendsten deutschen Glasmalern des 20. Jahrhunderts.

    Nach einem Studium an der Werkschule in Trier, wurde er in der Glasmalerei-Werkstatt Binsfeld tätig. Durch die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs bestand ein großer Bedarf an neuen Verglasungen, sodass Schwarzkopf zahlreiche Aufträge erhielt. So arbeitete er über viele Jahrzehnte für das Bistum Trier. Er entwarf Textilien sowie sakrale Gerätschaften und widmete sich auch der Bildhauerei. Vor allem im Rhein-Mosel-Raum, in der Eifel und im Hunsrück finden sich zahlreiche Beispiele seines Schaffens. In Koblenz schuf er Fenster für die Jesuitenkirche, die Liebfrauenkirche, die St. Josef-Kirche sowie für die Kirchen in Koblenz-Metternich und Rübenach.




    Heijo Hangen

    Werktitel: of62a, Privatbesitz

    Heijo Hangen wurde 1927 in Bad Kreuznach geboren. Er studierte an der Landeskunstschule in Mainz und erhielt im Anschluss ein Atelierstipendium des Landes Rheinland-Pfalz, das ihn auf den Asterstein in Koblenz führte, wo er auch heute noch lebt. 

    Durch eine spezielle, ausgewogene Teilung einer Quadratfläche entwickelte Hangen das sogenannte „Modul“, das seither die Grundlage für all seine Bildfindungen darstellt. Mit diesen konsequent geometrischen Werken, die sich ausschließlich auf Farbe und Form konzentrieren, erlangte Hangen internationale Anerkennung. Als einer der bedeutendsten Vertreter der konkreten Kunst in Deutschland nahm er u.a. 1977 an der documenta 6 teil. 

    Im Jahre 2013 wurde der Künstler mit dem „Peter C. Ruppert Preis für Europäischen Konstruktivismus“ geehrt; im gleichen Jahr widmete ihm das Mittelrhein-Museum einen eigenen Raum. 2015 gründete er die „Heijo + Gisela Hangen-Stiftung“ zur Förderung von Kunst und Kultur.


    Januarius Zick

    Werktitel: Der zielende Amor mit zwei Gespielen, Mittelrhein-Museum Koblenz

    Januarius Zick wurde im Jahr 1730 in München geboren, und starb am 14. November 1797 in Ehrenbreitstein. Er gehört zu den Hauptmeistern der deutschen Malerei des Spätbarocks. 

    Die Freskomalerei erlernte er bei seinem Vater Johann Zick und wanderte mit ihm viele Jahre lang durch Süddeutschland, um Kirchen und Schlösser auszumalen. Der Trierer Kurfürst engagierte Zick 1760 für die Deckengestaltung des Dianasaales des Jagdschlosses Engers. Bald darauf erhielt er den Titel eines kurtrierischen Hofmalers, heiratete und ließ sich in Ehrenbreitstein nieder. Zick schuf zahlreiche Malereien sowohl für kirchliche als auch weltliche Auftraggeber. Im Neuen Schloss in Koblenz malte er die Decken des Audienzsaales und des Prunkschlafzimmers des Kurfürsten aus. Diese beiden im Zweiten Weltkrieg zerstörten Räume sind heute durch eine digitale Rekonstruktion im Mittelrhein-Museum zu neuem Leben erweckt worden.




    Hans Dornbach

    Werktitel: Ansicht von Ehrenbreitstein, Mittelrhein-Museum Koblenz 

    Hans Dornbach wurde 1885 in Düsseldorf geboren und starb 1952 in Lippstadt. Er war 1949 Gründungsmitglied der „Arbeitsgemeinschaft für bildende Künstler am Mittelrhein“ (AKM) und erster Präsident des Berufsverbandes für Bildende Künstler in Rheinland-Pfalz.

    Nach dem Kunststudium an der Hochschule in Weimar und einem Studienaufenthalt in Paris stellte Dornbach bereits 1911 mit namhaften Künstlerkollegen z.B. in Berlin aus. Nach der Zäsur des Ersten Weltkriegs zog Dornbach nach Koblenz zu seiner Mutter. Im Garten ihres Hauses am Ehrenbreitsteiner Kolonnenweg stand der Luisenturm, den der Künstler zu seinem Wohnraum und Atelier ausbaute. Hier entstand in den 1920er Jahren ein Treffpunkt für die hiesigen Maler und Schriftsteller. 

    Dornbachs Malerei war geprägt vom Kubismus und rheinischen Expressionismus. Zahlreiche Reisen nach Italien und Frankreich beeinflussten vor allem seine Farbgebung, die sich auch bei Darstellungen der rheinischen Landschaft niederschlug.



    Jacqueline Diffring

    Werktitel: Confluentia, Mittelrhein-Museum Koblenz

    Geboren wurde Jacqueline Diffring 1920 in eine bürgerliche Koblenzer Familie, die dem Kulturleben der Stadt eng verbunden war. Der Weg zu einem Dasein als Künstlerin schien somit nicht unvorstellbar zu sein. Doch nach 1933 machten die antijüdischen Repressalien des nationalsozialistischen Regimes ihrer Familie das Leben in Koblenz unmöglich. Jacqueline Diffring siedelte in das anonymere Berlin um, wo sie 1937-39 an der Reimann-Schule Malerei und Zeichnen lernte. Sie schaffte es noch 1939 vor dem Krieg nach England zu entkommen. Erst 1946-48 setzte sie ihr Kunststudium an Chelsea School of Art in London fort. Ihr wichtigster Lehrer wurde Henry Moore.

    Seit 1960 lebt sie in Frankreich. Erst dort begann ihr eigentliches bildhauerisches Schaffen, das bis heute andauert. 2015 erhielt sie den „Kulturpreis der Stadt Koblenz“. Ein Jahr später vollendete sie die auf ihre Heimatstadt Koblenz Bezug nehmende Skulptur „Confluentia“.

Stadtverwaltung Koblenz
Kultur- und Schulverwaltungsamt
Willi-Hörter-Platz 1
56068 Koblenz
Isabella Fettich
Impressionen

2020

In diesem Jahr wird das große Thema des 250. Jubiläumsjahres von Beethoven aufgegriffen. Mit Hilfe der verschiedenen Interpretationen treffen Sie den Künstler mal  modern, als bekannten Liebhaber oder mürrischen Musiker und Denker an verschiedenen Standorten in der Stadt an. Dies ist eins der vielen Projekte und Veranstaltungen rund um das Jubiläumsjahr, denn aufgrund seiner Wurzeln im Stadtteil Ehrenbreitstein, haben wir eine ganz besondere Verbindung zu dem berühmten Pianisten.

2019

Im Jahr 2019 wurden acht Kunstwerke von Künstlerinnen und Künstlern, die in Koblenz geboren sind und/oder einen Großteil ihrer Schaffensperiode in Koblenz verbracht haben, an wechselnden Standorten und in City-Light-Postern gezeigt.


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